Regeln folgen um weniger zu essen

Es gibt viele vereinfachende Regeln, bei denen man darauf schaut, dass man weniger von bestimmten Lebensmitteln isst, die viele Kalorien haben (z.B. “Low Carb” = weniger Kohlenhydrate). Je nach Methode sehr sinnvoll (z.B. Ernährungsberatung zu gesundem Essen). Kann aber auch nur kurzfristig ausgerichtet sein (z.B. Crash-Diäten) oder gar nicht funktionieren, wenn man in der Summe trotzdem zu viel isst.
Gesund und ausgewogen essen: Macht satt und hat nicht viele Kalorien
  • Klassische Ernährungsberatung: Langfristig gesund essen
    Ziel die aktuelle Ernährung zu analysieren und langfristig umzustellen auf gesundes und ausgewogenes Essen. Regelmässige persönliche Gespräche mit dem Ernährungsberater helfen motiviert zu bleiben. (Link: Liste mit Ernährungsberatern nach Kantonen)
  • Brigitte-Diät (1969): Ausgewogene fettarme Diät, 1000-1500 Kcal/Tag
    Diätkonzept von der Frauenzeitschrift Brigitte in Deutschland. Fokus auf ausgewogene Mahlzeiten mit geringem Fettanteil. Erlaubt sind 1000-1500 Kcal pro Tag und maximal 40 Gramm Fett.
  • Mitelmeer-Diät (1975): Essen wie in Griechenland/Italien
    Die Mittelmeer-Diät (oder auch Kreta-Diät) orientiert sich an der Mitelmeerküche. Bewohner der Mittelmeer-Regionen sollen seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden und vor allem den Menschen der Kreta-Insel wird eine besonders hohe Lebenserwartung nachgesagt. Es sollen vor allem gegessen werden: Gemüse, Salat, Obst, Fisch, wenig rotes Fleisch, Olivenöl, maximal 1 Glas Rotwein pro Tag. Wenig Erfolg der reinen Ernährungsumstellung, wenn nicht zusätzlich auch die Essensmenge/Kalorien reduziert wird.
  • Sears/Zone-Diät (1995): Ausgewogenes Essen (30% Fett, 30% EW, 40% KH)
    Komplexe Theorie des Biochemickers Sears zur optimalen Ernährung des Menschen. Ausgewogenes Essen mit 30% Fett, 30% Eiweiss, 40% Kohlenhydraten. Zusätzlich soll Sport getrieben werden. Wenn die Regeln genau befolgt werden, soll dies zu einem Hormon-Gleichgewicht führen („The Zone“), die stimmungsaufhellend wirken soll.
  • Fit-For-Fun-Diät (1995): Viel Obst & Gemüse
    Ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Salat. Fokus auf „gesunde Fette“ und „richtige“ Kohlenhydrate. Wird begleitet von einem umfangreichen Sportprogramm.
  • Low-Fat-Diäten: Besonders wenig Fett essen
    Da Fett am meisten Kalorien hat wird bei Low-Fat-Diäten so wenig Fett wie möglich gegessen. Wichtig ist pro Tag trotzdem 1 EL hochwertiges Öl für die essentiellen Fettsäuren zu sich zu nehmen.
  • 5:2 Diät (2012): „5 Tage normal essen, 2 Tage Fasten“
    An 5 Tagen darf man normal essen (beschränkt auf ca. 2000 Kcal), dafür muss man an 2 Tagen besonders wenig essen (höchstens 500 Kcal). Allerdings ist es nicht so, dass man an den 5 Tagen richtig schlemmen darf, weil man sonst in Summe trotzdem auf zu viele Kalorien kommen würde.
Low Carb: Wenig Kohlenhydrate essen, da diese viele Kalorien haben
  • Banting-Diät (1864): Erste Low Carb-Diät
    Bereits 1864 wurde die erste Diät entwickelt bei der besonders wenig Kohlenhydrate gegessen werden sollen (Zucker, Brot, Teigwaren, Reis usw.). William Banting war ein englischer Bestattungsunternehmer, der die Abnehm-Ratschläge seines Arztes publiziert hatte.
  • Atkins-Diät (1972): Wenig Kohlenhydrate, viel Fett und Proteine
    Vier verschiedene Phasen mit unterschiedlichen Kohlenhydrat-Mengen. Einstiegsphase mit nur sehr wenig Kohlenhydraten um den Blutzuckerspiegel niedrig zu halten. Sport ist ein unverzichtbares Element und Zusatzpräparate sollen für genügend Vitamine und Mineralstoffe sorgen. Die von Robert Atkins 1989 gegründete Firma verkaufte ursprünglich viele entsprechende Produkte, wurde aber 2005 insolvent als die „Atkins-Welle“ in den USA vorbei war. (Quelle/Link: Wikipedia)
  • Steinzeit-Diät / Paleo-Diät (1975): Essen wie in der Steinzeit
    Ausschliesslich Nahrungsmittel essen, von denen angenommen wird, dass sie schon in der Altsteinzeit verfügbar waren: Vor allem Fleisch (Wild), Fisch, Meeresfrüchte, Schalentiere, Eier, Obst, Gemüse, Kräuter etc. Vermeiden von Milch und Milchprodukten, Getreide und Brot, Zucker, Alkohol. Die Grundannahme ist, dass sich das menschliche Erbgut seit der Steinzeit nicht verändert hat und darum auch die steinzeitliche Ernährung die „einzige Artgerechte Ernährung“ für den Menschen ist. (Quelle/Link: Wikipedia)
  • Scarsdale-Diät (1978): Hunger-Diät mit weniger als 1000 Kcal pro Tag
    Nebst Low Carb (wenig Kohlenhydrate) werden die Kalorien gezählt mit einem Ziel von unter 1000 Kalorien pro Tag.
  • Dukan-Diät (1978): Wenig Kohlenhydrate und Fett, dafür viele Proteine
    Weitestgehender Verzicht von Kohlenhydraten und eine Einschränkung der Fettzufuhr zugunsten von tierischem oder pflanzlichem Eiweiss. 4 Phasen-Diät: Je nach Phase werden 72 proteinhaltige Lebensmittel und 28 Gemüsesorten in unbegrenzter Menge miteinander kombiniert.
  • Glyx / LOGI / Montignac-Diäten (1978): Wenig „schlechte“ Kohlenhydrate essen
    „Schlechte“ Kohlenhydrate mit einem hohen Glykämischen Index (z.B. Zucker, Weissbrot) treiben den Insulinspiegel hoch, was dazu führt, dass man gleich wieder mehr Hunger bekommt und in einen Teufelskreis gerät. Darum soll man die schlechten Kohlenhydrate meiden.
  • South-Beach-Diät (2003): Modifizierte Atkins-Diät mit 6 Mahlzeiten pro Tag
    Die South-Beach-Diät versucht die Atkins-Diät zu verbessern mit 6 Mahlzeiten pro Tag: Frühstück, Snack, Mittagessen, Snack, Abendessen und Dessert. Anfangs dürfen überhaupt keine Kohlenhydrate gegessen werden, später wieder mehr.
  • Eiweiss-Diät: Viel Eiweiss macht satt und baut die Muskeln auf
    Auch bekannt als „Heidi Klum“-Diät: Sehr wenig Kohlenhydrate und Fett und dafür viel Eiweiss, da dieses eher satt macht und die Muskeln regeneriert/aufbaut (man sollte so nicht bei den Muskeln abnehmen). Heidi Klum ass z.B. täglich ein Duzend Eier (nur das Eiweiss), was eine ziemlich extreme Version darstellt. Prinzipiell kann es jedoch nicht schaden, bei einer Diät auf genügend Eiweisszufuhr zu achten.
  • Keinen Weizen essen (2011): Glutenfreie Ernährung
    Im Buch „Die Weizenwampe“ identifiziert der Arzt William Davis den Weizen als gesundheitsschädigenden Dickmacher. Da der Weizen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert genetisch verändert wurde und nicht mehr dem „Urweizen“ entspricht soll er dick machen, Diabetes fördern und Herz und Hirn schädigen. Davis propagiert darum die glutenfreie Ernährung.
Crash-Diäten: Nur einige Lebensmittel essen mit wenig Kalorien
  • Detox: Früchte und Gemüse
    Detox ist eine typische Fastenkur bei der die Mahlzeiten vor allem aus Früchten und Gemüse bestehen. Dazu gibt es Saft- und Suppen-Tage. Da eine solche Ernährung nur sehr wenige Kalorien hat ist es wichtig auf genügend Vitamine und Mineralstoffe zu kommen.
  • Kohlsuppen-Diät: 1 Woche lang nur Kohlsuppe essen
    Die Diät basiert auf der Annahme, dass durch die Ernährung mit Kohlsuppe mehr Kalorien verbrannt werden, als dem Körper zugeführt werden. Da die Suppen sehr wenige Kalorien haben nimmt man auch schnell ab. Allerdings nimmt man auch bei den Muskeln ab, da man zu wenig Proteine isst. Solch eine einseitige Ernährung kann sehr ungesund sein.
  • Kartoffel-Diät: Viele Kartoffeln und Obst und Gemüse
    Es sollen täglich nur 1000 Kalorien gegessen werden mit vielen Kartoffeln, sowie Gemüse, Obst, Salat und fettarmem Fleisch/Fisch. Dies ist etwas ausgewogener als die Kohlsuppen-Diät aber natürlich auch keine langfristig gesunde Ernährung.
  • „Negative Kalorien“, z.B. mit Ananas, Papaya, Grapefruit, Sellerie
    Vielen Lebensmitteln wird nachgesagt, dass sie bestimmte Enzyme beinhalten sollen, welche Fett zum Schmelzen bringen. Dabei handelt es sich allerdings um ein Märchen, das bis jetzt nie wissenschaftlich bestätigt wurde.
  • FDH = „Friss die Hälfte“: Von allem nur die Hälfte essen
    Dies ist eine Regel, die sehr einfach tönt, die aber nur sehr schwer langfristig durchhaltbar ist. Sie führt auch überhaupt nicht zu einer gesünderen Ernährung, weshalb man nach der Diät schnell wieder zu den alten Gewohnheiten zurück findet und zunimmt.